Die deutsche Gründlichkeit ist legendär. Kaum ein Bereich des öffentlichen Lebens ist nicht bürokratisch geregelt und mit sämtlichen Sonderfällen und Ausnahmen verklausuliert. Das Glücksspiel nimmt hierbei keine Ausnahme ein, bereitete so manchem Paragraphenreiter in den letzten Jahren jedoch Kopfzerbrechen. Der Hintergrund ist nicht etwa in Mafia-ähnlichen Strukturen oder gar Betrug zu suchen, sondern einzig und allein im schnellen Wachstum, den die Online-Casinos hinter sich haben. Gab es vor wenigen Jahren nur dezente Ausnahmen zu vermelden, hat die Anzahl der Casinos enorm zugenommen. Und für Seriosität und Fairness ist dank zahlreicher Regularien und öffentlicher Lizenzen absolut gesorgt. Nur Deutschland musste weiterhin einen Ausnahmefall einnehmen, der viele Glücksspieler nicht gerade zu Jubelarien begeistert.

Vorübergehende Ausnahme: Glückspielvertrag Schleswig Holstein!

Das regulierte Glücksspiel befindet sich im deutschen Rechtsapparat immer noch in einer Grauzone. Das legale Spielen in Online-Casinos stand lange Zeit unter einem konfusen Rahmen. So waren zwar keinerlei Angebote in Deutschland selbst reguliert – dafür aber in anderen Staaten wie Malta und Gibraltar, deren Glücksspielkommissionen Sicherheit und Legalität garantieren. Das Glücksspiel um Echtgeld wurde in Deutschland schließlich 2012 eröffnet. Der Grund: Das Bundesland Schleswig-Holstein ermöglichte es Spielern, ihr Glück völlig legal auf die Probe zu stellen – und das unter anderem im 888 Casino. Betroffen waren weiterhin ausschließlich ausländische Anbieter, da im deutschen Raum nur sehr selten offizielle Konzessionen erteilt werden.

Verspäteter Wiedereintritt

Der Sonderweg, den der Glückspielvertrag Schleswig Holstein beim Glücksspiel ging, konnte letztendlich allerdings nicht von Dauer sein. Obwohl das Ziel explizit darin bestand, das Glücksspiel liberaler und regulierter zu gestalten, beschloss die aktuelle Regierung ein knappes Jahr nach dem Alleingang bereits den Wiedereintritt in den Glücksspielvertrag, dem gleichzeitig alle weiteren 15 deutschen Bundesländer beiwohnen. In der Zwischenzeit wurden Lizenzen für 23 Sportwetten- und 13 Poker-Anbieter erteilt. Die Diskussionen um legales Glücksspiel sind in Deutschland weiterhin nicht vom Tisch.

Zahlreiche Experten warnen, dass zu viele strenge Gesetze einen Schwarzmarkt unterstützen könnten, die aktuellen Regelungen seien nicht mehr zeitgemäß. Schließlich haben nicht umsonst viele Anbieter unter Beweis gestellt, sich vom alten Stigma befreit zu haben. Online-Casinos von heute sind seriös und keineswegs korrupt. Ob weitere Änderungen in Frage kommen, ist derzeit leider noch nicht abzusehen.